Sunday, November 06, 2005

ATHEN NACH OLYMPIA 2004 : DAS ERWACHEN

Der 29. August 2004 wird als glorreicher Tag in die griechische Geschichte eingehen. An jenem Sonntag erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge die Olympischen Sommerspiele in Athen für beendet und bescheinigte den Gastgebern: „Those were unforgettable dream-games !“ Und da waren alle űberglűcklich…

Weniger glorreich war dann der 12. November 2004, denn an diesem Tag lieferte das griechische Wirtschaftsministerium die Rechnung für den olympischen Sommerspaß: Statt der ursprünglich veranschlagten 4,6 Milliarden € soll Olympia nun mindestens neun Milliarden kosten, Infrastrukturprojekte wie der neue Großflughafen und die Athener Schnellbahn-Linie noch nicht einmal eingerechnet!

Wie erklärt sich eine derart gigantische Fehlkalkulation? Allein die Verwaltungskosten des Organisationskomitees „ATHOC 2004“ schlagen mit 1,7 Mrd. € zu Buche. Über eine 1,5 Mrd. € hat die Regierung Karamanlis zur Terrorabwehr ausgeben műssen. Dazu kommen erhebliche Kostenüberschreitungen für das „Ringen mit der Zeit“, nämlich die rechtzeitige Fertigstellung aller Sportanlagen. Bauen wird nun mal teurer, wenn man „die Arbeit aus sieben Jahren in nur vier erledigt“, wie ATHOC-Chefin Gianna Angelopoulos-Daskalaki es treffend formulierte…

Der Kassensturz sorgt nun fűr politischen Zűndstoff in Athen, zumal Griechenland wegen der Verletzung des Stabilitätspakts ohnehin unter EU-Beobachtung steht. Ob der Preis für das prestigeträchtige Mammutprojekt Olympia nicht doch zu hoch war?

Aus griechischer Sicht waren die Spiele ein Erfolg. Zunächst einmal ein sportlicher: 16 Medaillen plus mehrere gute Platzierungen- das war wohl mehr, als sich die Gastgeber noch vor den Spielen erhofften.

Dazu kam der organisatorische Erfolg; entgegen aller Unkenrufe hat Athen die Spiele ohne Pannen über die Bühne gebracht. Und auch die „immaterial economics“ sprechen fűr Hellas, denn immerhin sorgte Olympia für die größte PR-Aktion der modernen griechischen Geschichte. Bleibt zu hoffen, daß den schönen Worte nun auch Taten folgen und Athen aus seinem Weltruf auch Kapital schlagen kann.

Wichtiger noch als fernliegende Zukunftsprojekte war fűr die Athener allerdings die längst überfällige Verbesserung ihrer Infrastruktur. Erstmals seit den 60er Jahren werden vernachläßigte Stadtteile wiederbelebt, die Innenstadt erstrahlt in neuem Glanz. Kein Wunder, denn die Stadtverwaltung hat private Fassadenkosmetik subventioniert. Während der Spiele organisierte die energische Bürgermeisterin Bakoyannis zudem über 600 kulturelle Events. Sie hofft nun, daß Athen dank Olympia zu einer Top-Adresse im internationalen Tourismus wird, so wie es Barcelona und Sydney vorgemacht haben…

[ Quelle : Eigene Reportage für das Jahrbuch der „Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK)“, Konzeption PRC Werbe-GmbH, Filderstadt, Deutschland ]

1 Comments:

At 5:44 AM, Blogger Mikey said...

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